Hochdurchsatz-Sequenzierung zur Analyse des Mutationsprofils des MET-Gens bei Tumorpatienten und Wert des immunhistochemischen Screenings für zielgerichtete Therapien
Ziel der Studie ist es, den Mutationsstatus des MET-Gens bei Tumorpatienten zu untersuchen, mit besonderem Fokus auf die Expression in Lungenkrebsgewebe und den Einfluss auf die Prognose der Patienten, um theoretische Grundlagen und potenzielle Zielstrukturen für die präzise Diagnose und Therapie von Tumoren zu liefern. Methoden: Es wurden Proben von 1627 Tumorpatienten im Zeitraum von Januar 2021 bis September 2025 gesammelt. Mittels Hochdurchsatz-Sequenzierung wurde bei 137 Tumorpatienten mit nachgewiesenen MET-Mutationen eine genetische Analyse auf DNA-Ebene durchgeführt. Es wurde die Verteilung von Mutationen in Exons und Introns sowie die Häufigkeit von MET-Gen-Amplifikationen und Genfusionen analysiert, wobei besonderes Augenmerk auf die Mutationshäufigkeit und häufige Variationen in einzelnen Exons gelegt wurde. Mit immunohistochemischen Methoden wurde der Expressionsgrad des c-MET-Proteins in Tumorgeweben von 137 Patienten gefärbt und bei 9 Patienten mit Sprungmutation im Exon 14 von MET eine immunhistochemische Analyse durchgeführt, um den Zusammenhang zwischen c-MET-Proteinexpression und dieser spezifischen Mutation zu untersuchen. Integrierte Analysen der Lungencancer-RNA-Sequenzierung aus den GEPIA2- und TCGA-Datenbanken sowie immunhistochemische Färbungen und klinische Verlaufsdaten wurden genutzt, um den potenziellen Zusammenhang zwischen MET-Genexpression im Tumorgewebe und Patientenergebnissen zu erforschen. Ergebnisse: Von 1627 Tumorpatienten wurden 137 mit MET-Mutationen identifiziert, darunter 93 Männer mit einem Durchschnittsalter von (66,85±9,61) Jahren und 44 Frauen mit einem Durchschnittsalter von (59,43±11,08) Jahren. Die Mehrheit der Tumoren war Lungenkrebs (117 Fälle). Die Expression des MET-Gens war in Brustkrebs und multiformem Glioblastom gegenüber Normalgewebe erniedrigt, hingegen in Lungen- und Darmkrebs erhöht. Die Überlebensanalyse zeigte, dass Patienten mit hoch exprimiertem MET-Gen im Lungenadenokarzinom eine kürzere Gesamtüberlebenszeit aufwiesen als Patienten mit geringer Expression. Insgesamt wurden mittels Next-Generation-Sequencing 961 Mutationen entdeckt, darunter 547 Exonmutationen, 374 Intronmutationen, 13 MET-Gen-Amplifikationen und 27 Genfusionen. Die höchste Mutationshäufigkeit wies Exon 2 auf, gefolgt von den Exons 5, 4 und 19. Häufige Varianten sind c.2890C>A (p.L964M) im Exon 4 und c.3028G>T (p.D1010Y) im Exon 5. Die Expression des c-MET-Proteins korreliert mit dem Mutationsyp; Missense-Mutationen führten meist zu positiver oder starker Expression, während Nonsense-Mutationen oft mit schwacher oder fehlender Proteinexpression einhergingen. Bei 9 Patienten mit Sprungmutation im Exon 14 wurden c-MET-Expressionswerte überwiegend mit 0–1 bewertet, nur bei einem Patienten war der Wert 2. Von 117 Lungenkrebspatienten war die Inzidenz bei Männern höher als bei Frauen, und Patienten im Stadium III–IV waren zahlreicher als im Stadium I–II. 41 Patienten wählten eine Kombination aus Operation und zielgerichteter Therapie (Gefitinib, Savolitinib), wobei bei der Nachverfolgung 8 Fälle von Rezidiv oder Metastasen festgestellt wurden. Schlussfolgerung: MET-Mutationen zeigen tumorspezifische Mutationsmerkmale, ihr Expressionsniveau unterscheidet sich signifikant zwischen Tumorgeweben und Normalgeweben und ist eng mit einer schlechten Prognose bei Lungenadenokarzinompatienten verbunden. Die c-MET-Proteinexpression steht in engem Zusammenhang mit dem Mutationsyp des MET-Gens, besonders bei Patienten mit Sprungmutation im Exon 14, was eine wichtige Grundlage für das klinische immunhistochemische Screening darstellt.