Ziel der Studie war es, die therapeutische Wirkung von mit dem Rabies-Virus-Glykoprotein (RVG) modifizierten mesenchymalen Stammzell-Exosomen (MSC-EXO) auf ein Mausmodell mit Zwangsstörung (OCD) zu untersuchen, die Wirksamkeit der Exosomentherapie zu klären und den Wirkmechanismus zu erforschen. Primäre mesenchymale Stammzellen aus dem Fettgewebe von Mäusen wurden isoliert, mittels Virusinfektion wurden Exosomen mit Überexpression von RVG gewonnen, und diese wurden durch Partikelgrößenanalyse, Western Blot und Transmissions-Elektronenmikroskopie charakterisiert. Das OCD-Mausmodell wurde mit Quipirole erzeugt, die Mäuse in 5 Gruppen eingeteilt: Kontrollgruppe, Modellgruppe, Clomipramin (CMI) Gruppe, mesenchymale Stammzell-Exosomen (MSC-EXO) Gruppe, RVG-modifizierte mesenchymale Stammzell-Exosomen (RVG-MSC-EXO) Gruppe. Verhaltenstests wie Zwangsprüfung, Offenes-Feld-Test, Kugelvergrabung und Wasserlabyrinth testeten Zwangs- sowie kognitive Verhaltensweisen der Mäuse. Entzündungsfaktoren in der präfrontalen Hirnrinde wurden mittels qPCR und ELISA gemessen; Mikroglia-Polarität wurde immunfluoreszenz-analytisch untersucht. Die Zielgerichtetheit von RVG-MSC-EXO im Mausorganismus wurde mithilfe der in vivo Bildgebung (IVIS) bestätigt. Ergebnisse zeigten, dass mit RVG überexprimierte Exosomen das Gehirn der Mäuse gezielt ansteuern. Nach Behandlung verbesserten sich Zwangsprüfungen und Kugelvergrabungsverhalten, proinflammatorische Faktoren nahmen ab, antiinflammatorische Faktoren stiegen. Nach der Exosomenbehandlung wechselte die Mikroglia-Polarität im präfrontalen Cortex der Quipirole-Mausmodelle vom M1- zum M2-Typ. Fazit: Mit RVG überexprimierte mesenchymale Stammzell-Exosomen können gezielt das Gehirn der Mäuse ansteuern, die intrakranielle Entzündung bei Zwangsstörung durch Mikroglia-Polarisationsänderung verbessern und so zwanghafte Verhaltensweisen reduzierten.