Ziel der Studie ist die Untersuchung der chromosomalen Merkmale von Blastozysten bei Patientinnen mit polyzystischem Ovarialsyndrom (PCOS) sowie deren Schwangerschaftsausgänge und die Analyse des Einflusses von PCOS auf die Aneuploidierate der Embryonen und das Fehlgeburtsrisiko. Es wurde eine retrospektive Kohortenstudie durchgeführt, die Zyklen mit präimplantationsgenetischer Diagnostik (PGT) zur Aneuploidie-Analyse (PGT-A) und monogenen Erkrankungen (PGT-M) an der Ersten Klinik der Sun-Yat-sen-Universität umfasste. Durch Propensity-Score-Matching wurden 191 Zyklen der PCOS-Gruppe und 564 Zyklen der Kontrollgruppe ausgewählt. Verglichen wurden die Entwicklungspotenziale von Eizellen und Embryonen, die chromosomalen Testergebnisse der Blastozysten sowie die klinischen Ergebnisse beider Gruppen. PCOS-Patientinnen wurden entsprechend der Anzahl der gewonnenen Eizellen in >20 und ≤20 Gruppen eingeteilt, um die Schwangerschaftsergebnisse nach Embryonentransfer euploider Embryonen bei unterschiedlichem Ovarialreaktionsniveau zu vergleichen. Die Ergebnisse zeigten, dass die Aneuploidierate der Blastozysten in der PCOS-Gruppe gegenüber der Kontrollgruppe höher war (21,8 % vs. 19,0 %, P=0,044). Die Gesamtfehlgeburtenrate in der PCOS-Gruppe war höher als in der Kontrollgruppe (16,6 % vs. 10,3 %, P=0,039). Nach dem Transfer euploider Embryonen blieb die Fehlgeburtenrate in der PCOS-Gruppe erhöht (17,2 % vs. 10,0 %, P=0,019). Die Subgruppenanalyse ergab, dass PCOS-Patientinnen mit >20 gewonnenen Eizellen nach Transfer euploider Embryonen eine höhere Fehlgeburtenrate aufwiesen als die Kontrollgruppe (21,4 % vs. 6,7 %, P=0,001), ebenso eine höhere Frühfehlgeburtenrate (15,7 % vs. 5,7 %, P=0,011); während in der ≤20-Eizellengruppe keine statistisch signifikanten Unterschiede zu den Kontrollergebnissen gefunden wurden. Fazit: Die Aneuploidierate der Blastozysten bei PCOS-Patientinnen ist deutlich höher als in der Kontrollgruppe. Die Fehlgeburtenraten nach Blastozystentransfer, einschließlich euploider Blastozysten, sind bei PCOS-Patientinnen signifikant erhöht, insbesondere bei solchen mit hoher Ovarialreaktion.