Bestimmung von freiem Thyroxin im Liquor zur Vorhersage autistischer Verhaltensweisen bei durch Hypothyreose während der Schwangerschaft induzierten Nachkommen von Ratten
Ziel ist es, den potenziellen Wert von Schilddrüsenhormonen im Liquor cerebrospinalis zur Vorhersage autistischer Verhaltensweisen bei durch Hypothyreose während der Schwangerschaft induzierten Nachkommen von Ratten zu untersuchen. Methode: 12 trächtige Wistar-Ratten wurden zufällig in Kontroll- und Hypothyreosegruppen (Hypothyreosemodell) eingeteilt. Bei den Nachkommen wurden an den postnatalen Tagen 2, 7, 14 und 21 die Serum- und Liquorspiegel von TSH, Gesamt-T3, Gesamt-T4, freiem T3 und freiem T4 gemessen. Ultraschallvokalisationstests (USV) wurden an P2, P7 und P14 durchgeführt, und am P21 folgten Verhaltensversuche mit dem Drei-Kammer-Social-Test. Ergebnisse: Im Vergleich zur Kontrolle zeigte die Hypothyreosegruppe während der Entwicklungsphase signifikant niedrigere FT4-Spiegel im Liquor (P2, P7, P14, P21). In den USV-Tests waren Anzahl und Dauer der Vokalisationen signifikant geringer als in der Kontrollgruppe. Im Drei-Kammer-Test zeigte die Hypothyreosegruppe signifikant kürzere Schnüffelzeiten an fremden Ratten. FT4-Spiegel korrelierten positiv mit der USV-Anzahl und Schnüffelzeit. Fazit: Die Messung von freiem FT4 im Liquor kann autistische Verhaltensweisen bei durch Hypothyreose in der Schwangerschaft induzierten Nachkommen von Ratten vorhersagen.